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Today is the opening of yet another year of Theatertreffen in Berlin! (For those who don’t know what it is, check it out at Berliner Festspiele. ) 8 years ago, thanks to the invitation of the International Forum, which is a part of this annual theatrical feast, my passion for theater was revived. It was the most intensive yet enriching two weeks that I have ever experienced in my till then 5 years of stay in Germany. This allround theatrical experience was filled with after-show talks, praxis-oriented discussions, themated pratical workshops and parties with 42 other theater practitioners from 18 countries. What moved me the most, however, was not the wonderful opportunity of seeing the 10 shows chosen to be bemerkenswert (notable) out of the entire German-speaking Region but the possibility of looking at the German state- and municipal theater landscape with fresh eyes. Questions like “what is left of “Maria Ulrike Stuart,” written by Elfriede Jelinek and directed by Nicolas Stemann, when the audience does not know what RAF is?” brought a heated and intellect-overloaded discussion to an abrupt silence. “What moved you?” was the follow-up question from Uwe Gössel, the former director of International Forum, to the international participants. A discussion capable of both listening and delievering slowly emerged. To me, that was a closer approach to the essence of theater itself.
This year, International Forum will be operated for the first time under new direction. I sincerely wish that the productive and creative energy I have experienced back then will continue to flourish.

“Happy Birthday, Theatertreffen Berlin”!

For those who read German and would like to know more about my experience in the Forum, below is a piece of ré­su­mé I wrote after Forum 2007. And if you want to know how I pictured an ideal theater out of this experience, don’t skip the ending. 


Mein Resümee des Internationalen Forums 07:

„Wenn ein Theater international sein möchte, muss erstmal lokal sein.“ Von Heiner Müller.

Das „berliner Theatertreffen“, anders als andere internationale Theaterfestivals, präsentiert einen Überblick von einer gegenwärtigen deutschsprachigen Theaterlandschaft, die durch ihre hoch Professionalität und Besonderheit viele internationale Zuschauer anzieht.

Das Internationale Forum begleitet diese bemerkenswerte Veranstaltung mit einem kritischen und reflektierten Dialog zwischen internationale professionelle Theaterschaffend, um diese zu deutschsprachigem Raum gehörten Theaterkultur sowohl besser kennen zu lernen als auch dadurch andere Blickwinkel zu schaffen. Diese Einzigartigkeit der Theaterkultur wurde dadurch noch Fabelhafter.

Programm im Forum 07

Der Tagesablauf:

Im Forum ging es immer um den Austausch und  in wahrem Sinne des Wortes, um das gegenseitige Geben und bekommen.

Der Tagesablauf sah so aus: am Vormittag von 11 bis 14 Uhr fanden vier Workshops gleichzeitig statt. Am Nachmittag gab ein abwechselndes Programm, bestehend aus Gästen im Dialog, Impulsreferaten und Diskussionen. Der Abend wurde entweder von Aufführung, von szenischen Lesungen, oder von gemeinsamen Partys erfüllt.

In dem Workshop „Der Schöne Konflikt“, geleitet von israelischen Regisseur Avishai Milstein, habe ich mit den anderen 11 Teilnehmern jeden Tag anhand des von Avishai auf der Basis von Jungs Theorie „Archetypen“ entwickelten Konfliktmodells über Stücke wie z.B. Williams „Endstation Sehnsucht“, Kleists „Penthesilea“ sowie über die beim Theatertreffen  eingeladenen Inszenierungen und unsere eigenen Projekte heftig diskutiert und damit auseinander gesetzt. Durch das praktische Ausprobieren hatte jeder, der es wollte, die Möglichkeit ihre/seine Konzepte zum Stück „Penthesilea“ und zu einem eigenen Projekt anhand des Archetypenmodells mit seinen Konflikten zu überprüfen. Dadurch, dass dieses Modell von Avi niemals als das einzig  mögliche vermittelt und verstanden wurde, konnten wir uns leicht darauf einlassen und ich hatte den Spaß, zwei Wochen lang in einer Welt von Archetypen umgeben zu sein – es ging so weit, dass wir ständig uns selber, gegenseitig oder jemanden anderen beobachteten und miteinander diskutierten, was für ein Archetyp er oder sie sein könnte. Das Theater wurde so für uns zum wirklichen Leben.

Obwohl wir viel geredet haben, begann dieser Workshop ohne Kopf und ohne Zunge: mit der Aufgabe, dass eine Person als Arzt eine andere als Patient, reglos auf dem Boden liegend, zur anderen Seite des Raumes bringen sollte – egal wie, aber ohne Sprache. Eine „Patientin“, die schwanger war, wurde von einer fragilen  „Ärtztin“ mit großer Mühe durch den Raum geschleppt. Die offensichtliche, echte Anstrengung der „Ärtztin“ zusammen mit der Angst um die schwangere „Patientin“ war von mir als Zuschauer echt gefühlt. Dadurch wurde mir klar, wie notwendig es für die Zuschauer ist, einen Konflikt als real zu empfinden – auch wenn er auf der Bühne nicht real ist. Es war kein Spiel mit dem „als ob“, sondern ich spürte die Not. Ein schöner Konflikt, der vom Zuschauer gefühlt wird.

„Gäste im Dialog“ bot uns eine Möglichkeit, durch das Leitungsteam die Entstehung, die Struktur, die Aufgabe und das Ziel des Theatertreffens und auch die anderen Teile des TT Talente Programms, wie den Stückemarkt und die Festivalzeitung, besser kennen zu lernen.

Mit den Regisseuren, die mit ihren Arbeiten zum Theatertreffen eingeladen waren, fand ein gründlicher und konstruktiver Austausch in einem intimeren Rahmen statt, der es einerseits ermöglichte, dass die Regisseure von uns Feedback zu ihren Arbeiten bekamen und wir andererseits die Möglichkeit erhielten, nicht nur das Handwerkliche zu sehen, sondern auch die Persönlichkeit des Regisseurs näher kennen zu lernen.

Das Goethe-Institut hat es ermöglicht, den fremden Blick – und dadurch eine internationale Perspektive – bei diesem wichtigsten deutschsprachigen Theatertreffen mit ins Forum zu bringen. Daher war das Treffen mit den Leitern der Goethe-Institute aus aller Welt für die Teilnehmer aus Deutschland sehr interessant und wichtig, um genaueres über die Aufgabe der Institute, den kulturellen Austausch, zu erfahren. Dennoch war es sehr schwierig, eine gegenseitige Kommunikation in Gang zu bringen, als wir nach einer schnellen, großen Vorstellungsrunde die Gäste individuell ansprechen konnten. Die meisten Teilnehmer kannten die kulturelle Austauscharbeit der Goethe-Institute kaum. Dazu kam noch, dass es fast unmöglich war, sich so schnell die vielen anwesenden Gäste zu merken. So war zwar der Wille zum gegenseitigen Kennenlernen sehr stark zu spüren, aber nach zehn Minuten kehrten doch viele Teilnehmer zu den bekannten Bagels, Gesichtern und Gesprächsthemen zurück. Es wäre überlegenswert für das Forum 2008, ob die Goethe-Institutsleiter ein paar Referate über den künstlerischen Austausch, den sie zwischen dem Ausland und Deutschland vermittelt haben, halten könnten. Dadurch würde man wahrscheinlich besser wissen, was für Fragen im Bezug auf Leistungen und Möglichkeiten man an die Vertreter der Institute stellen könnte und die Kommunikation könnte leichter in Gang kommen.

Durch Impulsreferate bekamen wir einen Einblick in die Theaterkultur verschiedener Länder, erfuhren von den Vor- und Nachteilen einer Theatergruppe, lernten die Berliner Theaterszenen kennen und ließen wir uns von den verschiedenen Theaterarbeiten verschiedener Teilnehmer inspirieren. Was mich besonders berührte, war der Moment, als die internationalen Teilnehmer, die sich sehr bemühten, aber natürlich nicht perfekt Deutsch sprachen, ihre eigenen Arbeiten und die Theaterkultur ihrer Heimat vorstellten, während die anderen Teilnehmer aufmerksam und begeistert zuhörten und Fragen stellten. In diesem Moment fand ein grenzenloses Theater statt, das über die Sprache, Länder und Kulturen hinausging.

In einer großen Runde diskutierten wir über das Leitthema „ist das Theater politisch?“, die erste Inszenierung des Theatertreffens „Ulrike Maria Stuart“, und die grundsätzliche Frage, „was soll das Theater leisten?“ und wählten auch die 50 Europadramatiker.

Das hoch analytische und intellektuelle einer Diskussion unter Theaterleuten in Deutschland habe ich durch mein vierjähriges Regiestudium in Hamburg kennen gelernt. Dazu gehört typischerweise hoch emotionales, hitziges Durcheinanderreden auf höchstem intellektuellem Niveau. Von daher war ich vor der ersten langen „Bikininacht“ sehr gespannt darauf, wie eine Diskussion unter 44 Leuten aus 18 Ländern funktionieren würde. Es war nicht leicht, besonders als wir über die Inszenierung „Ulrike Maria Stuart“ redeten. Da der Inhalt des Stückes und auch der Inszenierung sehr spezifisch deutsch war, fand die Diskussion sehr schnell fast nur unter den deutschen Teilnehmern statt. Als der Forumleiter Uwe Gössel dann speziell die internationalen Teilnehmer nach ihrer Meinung fragte und viele davon dann sagten, dass der Begriff „RAF“ ihnen unbekannt sei, öffnete sich eine andere Dimension in der Diskussion, wobei dann nicht nur die Intellektuelle Ebene im Theater hinterfragt wurde, sondern auch die emotionale, die trotz der kulturellen Unterschiede universell zu erreichen ist.

Dadurch, dass ich sozusagen aus zwei Welten komme, fiel mir die schnelle, komplexe Sprache unter den deutschen Theaterleuten besonders auf. Die Diskussion in dieser großen, internationalen Runde bot die große Chance, zu lernen, einander zuzuhören und auch Formulierungen zu finden, die allgemein verständlich sind.

Über die grundsätzliche Frage „was soll das Theater leisten“ haben wir außer in einer großen Runde auch in 4 aufgeteilten Gruppen diskutiert. Die Aufgabe war in einer kurzen Zeit gemeinsam ein Manifest zu formulieren, das eine geerdete Vision unseres idealen Theaters beschreibt.

In meiner Gruppe haben wir versucht, Stichworte eines idealen Theaters von allen zu sammeln und auch abzustimmen, ob wir die Stichworte ins gemeinsame Manifest aufnehmen. Der Prozess wurde immer mühsamer, dadurch dass fast bei jedem zweiten Stichwort Gegenmeinungen gaben und dass wir dann lange darüber reden mussten. Am Ende wurde ein Manifest eines idealen Theaters herausgebracht, das durch Kompromisse und teilweise verstummte Stimme entstanden war.

Als jede Gruppe ihr Manifest präsentieren sollte, fing es für mich interessanter zu werden. Eine Gruppe z.B. hatte kein gemeinsames Manifest formuliert, sondern jede/r von dieser Gruppe stellte innerhalb einer Minute ihre/seine Version davon dar. Eine andere Gruppe hatte erst mal ein gemeinsames Manifest präsentiert und am Ende kam eine aus der Gruppe und stellte kommentarlos ein Gegenmodel mit 3 Stichwörtern dar.

Inhaltlich fand ich zwar sehr interessant, grundsätzlich darüber nachzudenken, was mein ideales Theater leisten sollte und auch zu hören, wie die andere Leute für ideale Versionen haben, aber ich fand es schwierig, als wir dann zwanghaft ein gemeinsames Manifest innerhalb einer schnell gestellten Gruppe finden mussten. Dennoch war es für mich hoch interessant, die Form der Präsentation jeder Gruppe zu beobachten, wie jede Gruppe mit der Aufgabe umgingen und wie die Form einer Gruppe dadurch neu definiert, variiert, oder gebrochen wurde.

Durch die Aufführungen, die Publikumsgespräche am Abend und die Begegnungen mit den Theaterschaffenden auf den Partys danach ergab sich für die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in einem kompakten Zeitraum intensiv mit all den bemerkenswerten Inszenierungen, die zum wichtigsten deutschsprachigen Theaterfestival eingeladen wurden, zu beschäftigen. Die Partys waren auch noch dafür da, in der ernsthaften Auseinandersetzung die Leichtigkeit zu haben. Eine Kombination, die mein Bild eines idealen Theaterlebens beschreibt – „Ernst ist das Leben; Heiter ist die Kunst“ und ein ideales Theaterleben verbindet den beiden.

Sonderprogramme:

„Präsentation der Arbeitsweisen der vier Workshops“ und

„TT Talentetreffen- Impulse, Messe, Diskussionen“

„Präsentation der Arbeitsweisen der vier Workshops“  war eine Präsentation ohne Präsentationscharakter. Ohne den Druck einer Präsentation, hatten wir die zwei Wochen Zeit bis zum letzten Moment saugend ausnutzen können. Das Besondere an diesem internationalen Forum nämlich den gegenseitigen Austausch, ein Dialog, wurde bis zum Ende konsequent durchgezogen. In unserem letzten formalen Austausch hatte jede Gruppe den Inhalt ihres Workshops durch ihre Arbeitsweise innerhalb des Workshops wieder hergestellt. Dadurch konnten die Teilnehmer andern Workshops den Inhalt nicht nur kennen lernen, sondern auch erfahren, erleben.

Tag der offenen Tür – Durch Gespräche und Diskussionen mit Programm „TT Talente“ Teilnehmern wurde es ermöglicht, einen intimeren Austausch und Einblick von internationalem Forum, Festival Zeitung und Stückemarkt für interessiertes Publikum zu schaffen. Die Messe, eine großartige Veranstaltung, ermöglicht einen direkten Dialog zwischen die Theaterschaffende und  die Theaterverwandte Institutionen und Förderungen. Dieser Tag gewinnt für mich eine große Bedeutung: die Möglichkeit in einer professionellen Theaterlandschaft teilnehmen zu dürfen, ohne selbst-mitgenommenen Vitamin-C haben zu müssen schafft ein Theater, das für alle da ist, die mit aller Mühe danach anstreben.

Selbst-Organisation wurde dadurch zu Motto des internationalen Forum 2007, dass Uwe jeden Tag unter alle Umstände uns mehr Mals daran erinnerte. Ein Motto, das dazu führt, Selbstverantwortung zu tragen, ist meiner Meinung nach das beste Motto für eine gesündere Theatermentalität. Es würde dadurch keine anderen geben, die für irgendwas schuldig sein sollte, sondern jede/r ist auf sich selbst angewiesen, indem sie/er die eigene Grenze kennt, um sich und dadurch auch die Arbeit zu erweitern. Keine Jammerei über das System oder die schlechte Bedingungen. Man organisiert das eigene System und die eigene Bedingungen für ein eigenes ideales Theater.

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